Das Kloster Marienberg

Das Kloster Marienberg liegt als weißer, festungsartiger Bau in einer Hangmulde im Oberen Vinschgau oberhalb des Dorfes Burgeis. Mit einer Meereshöhe von 1340m ist es die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas.
Geschichte
Die Benediktinerabtei Marienberg ist eine Stiftung der Edlen von Tarasp aus dem 12. Jahrhunderts. Eine große Wende und neue Blüte setzte mit Abt Matthias Lag aus Weingarten (D) am Anfang des 17. Jahrhunderts ein. Die Zahl der Mönche vermehrte sich zusehends. Auch wurde in Meran ein humanistisches Gymnasium gegründet. Einen Rückschlag brachte das Jahr 1807, in dem das Kloster durch die Bayerische Regierung aufgehoben, die Mönche vertrieben und Kloster, Kirche, Archiv und Bibliothek wertvoller Bestände beraubt wurden. Das Meraner Gymnasium wurde ebenfalls geschlossen, jedoch 1816 wurde es auf Wunsch des Kaisers Franz I. weitergeführt und die Abtei wiederhergestellt.
Das Kloster war über Jahrhunderte das geistige Zentrum des Oberen Vinschgau und hat Generationen von Studenten zu einem Studium verholfen. Auch im Bewusstsein der Bevölkerung nimmt das Kloster bis heute einen großen Stellenwert ein.
Sehr bekannt ist die Krypta des Klosters. Am Anfang diente sie als erster Gottesdienstraum für das Chorgebet und die Feier der Heiligen Messe. Nach Umbauarbeiten im Jahre 1643 diente die Krypta als Bestattungort für die Mönche. 1980 wurden die Grufteinbauten entfernt und die über Jahrhunderte verdeckten Fresken kamen in ihrer ganzen Leuchtkraft zum Vorschein. Dies ist eines der größten Zeugnisse romanischen Kunstschaffens im Alpenraum. Aber nicht nur die künstlerische Qualität der Fresken besticht, auch der spirituelle Ausdruck dieses Werkes ist einzigartig.
Am 11. August 1992 besuchte Papst Benedikt XVI, damals Kardinal Joseph Ratzinger, die Abtei Marienberg und feierte in der Krypta einen Gottesdienst.

Heute
Der Konvent zählt heute 12 Mitglieder. Zu den bedeutendsten Wirkungsfeldern der Mönche gehören die Seelsorge und die Bildungseinrichtungen. Außerdem ist das Kloster ein Ort der Ruhe und der Kraft. Das Verweilen an dieser ehrwürdigen Stätte, lässt Sie diese Ruhe spüren und Kraft schöpfen für das alltägliche Leben.
Im Erdgeschoss des Klosters befindet sich seit 2007 ein Museum. Ein Film und verschiedene Gegenstände gewähren Einblicke in den Alltag hinter den Klostermauern. Einige Kunstwerke aus der Gründerzeit werden erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Aus Rücksicht auf den Erhaltungszustand ist die Krypta nur mehr zum Gebet zugänglich. Die romanischen Fresken der Krypta von Marienberg sind im Film zu sehen.
Das Kloster ist ein Geheimtipp für einen Ausflug zu Zweit.
Die Öffnungszeiten des Museums:
09.01.2012 bis 31.03.2012: Montag bis Samstag von 13.00 bis 16.00 Uhr
02.04.2012 bis 03.11.2012: Montag bis Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr
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