15.12.2011
Südtiroler Früchtebrot: Zelten
Südtiroler Zelten
In der besinnlichen Zeit vor Weihnachten werden in Südtirol nicht nur Kekse gebacken, sondern es wird von vielen Frauen auch noch der traditionelle Südtiroler Zelten hergestellt. Diese verfeinerte Art des Früchtebrotes wird aus wenig Brotteig aus Roggen- und Weizenmehl hergestellt und enthält viele getrocknete Früchte wie Feigen, Rosinen, kandierte Früchte, verschiedene Nüsse und Gewürze wie Zimt, Nelken und auch Muskatnuss.
Die Geschichte des Früchtebrots
Verbreitet ist das Früchtebrot im gesamten süddeutschen Raum, in Österreich, dem Trentino und natürlich in Südtirol. Zu Beginn wurde das Früchtebrot ohne Honig oder Zucker hergestellt, die Süße kam allein von den gedörrten Birnen, erst im Laufe der Zeit wurden weitere verschiedene gedörrte Obstsorten dem Zelten hinzugefügt.
Bereits um den 30. November wurde früher mit dem Backen des traditionellen Früchtebrotes begonnen. In der Klöpfelnacht am 30. November klopften junge maskierte Männer und baten mit Gedichten um verschiedene Gaben, darunter auch Früchtebrot, welches am Nikolaustag verspeist wurde. Am Hl. Abend und am Stephanstag am 26. Dezember wurde das Früchtebrot oder der Zelten angeschnitten und auch an Mägde und Knechte verteilt. Sogar die Tiere im Stall erhielten einen Anteil als „Maulgabe“. So sollte das Glück auch in den Stall gebracht werden.
Als alter Verlobungsbrauch gilt auch das Anschneiden vom Zelten. Frauen im heiratsfähigen Alter schenkten die Endstücke des Früchtebrotes ihren Liebhabern. Bei glatter Schnittkante signalisierten sie ihr Interesse an einer Verlobung und mit rauhen und groben Schnittkanten wurde die Beziehung beendet.
Rezept für Südtiroler Zelten
Zutaten für 4 Zelten:
- 200 ml Wasser, 20 g Hefe, 2 EL Zucker, 150 g Mehl, 100 g Roggenmehl, 15 g Salz, 1 EL Öl, 1 TL Anis, 1 TL Kümmel
- 500 g getrocknete Feigen, 250 g Rosinen, 120 g Sultaninen, 120 g Nüsse gemischt und grob gehackt, 120 g Pignoli, 120 g Mandeln, 50 g Zitronat, 50 g Orangeat, 50 ml Weißwein, 3 EL Rum, 70 g Honig, etwas Zitronen- und Orangenschale, Zimt, Nelkenpulver, Neugewürz, Muskatnuss
Zubereitung:
Das lauwarme Wasser mit der Hefe und dem Zucker verrühren und 10 Minuten gehen lassen – Mehl, Roggenmehl, Salz, Öl Anis und Kümmel hinzufügen und mit der Knetmaschine zu einem Teig verarbeiten – den Teig anschließend zugedeckt für 30 Minuten bei 35 Grad aufgehen lassen – die Feigen, Rosinen, Sultaninen, die Nüsse, Pignoli, Mandeln, Zitronat, Orangeat im Weißwein, dem Rum und Honig für mindestens eine Stunde marinieren – Zitronen- und Orangenschale, Zimt, Nelkenpulver, Neugewürz und die Muskatnuss den marinierten Früchten hinzufügen – den Brotteig mit den Nüssen und marinierten Früchten in der Knetmaschine vermischen und gut durchkneten lassen – den Teig zu runden Zelten formen und mit Nüssen oder Mandeln verzieren, auf das Backblech legen und 20 Minuten aufgehen lassen – im vorgeheizten Backrohr für etwa 40 Minuten bei 170 Grad schön braun backen (während dem Backen öfters mit Honig bestreichen) – aus dem Backofen nehmen, auskühlen lassen und mit kandierten Kirschen verzieren.
Der süße Südtiroler Zelten verführt ganz ohne Schokolade und schmeckt zu weihnachlichem Punsch oder Glühwein!
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